Zahnarztpraxis Marketing istock/ Alexandr Bognat

Wie nenne ich meine Zahnarztpraxis? Wertvolle Tipps zur Namensfindung.

Den richtigen Namen für die eigene Zahnarztpraxis zu finden ist immer eine besondere Herausforderung. Natürlich können Sie die Praxis nach sich selbst benennen. Aber ist das wirklich immer sinnvoll? Wir von der ZSH geben Ihnen wertvolle Tipps zum Thema und helfen Ihnen, rechtliche Fallstricke zu umgehen.

Was steht in einem Praxisnamen? Grundsätzliche Überlegungen

Ist der Praxisname wirklich so von Bedeutung? Eindeutig ja, denn er kann Sie bei Ihren Vermarktungszielen unterstützen, Sie von der Konkurrenz abheben und potenzielle Patienten in den Bann ziehen.

Wichtige Tipps in Kürze:

  • Wählen Sie einen möglichst einprägsamen Namen.
  • Der Name sollte relevant und positiv besetzt sein. Überspitzt ausgedrückt: „Die Zahnzieher“ klingt zwar modern und ziemlich verrückt, aber positive Assoziationen erwecken Sie damit nicht.
  • Wenn Sie sich für einen außergewöhnlichen Praxisnamen entscheiden, sollte aus ihm hervorgehen, was Sie tun.
  • Vergessen Sie das Online-Marketing nicht. Gibt es eine passende, freie Domain mit Ihrem Markennamen?
  • Spielen Local-SEO und Online-Marketing für Sie eine Rolle? In dem Fall kann es nützlich sein, wenn der Name Ihrer Zahnarztpraxis wichtige Suchbegriffe wie zum Beispiel Zahnarzt, Zahnärzte, Kieferorthopädie, Implantologie, Oralchirurgie, Dental und Ihren Standort enthält. Da Keywords aber keine alleinigen SEO-Faktoren sind, sollten Sie Ihre Namenswahl nicht nur auf sie ausrichten.

Bei der Auswahl eines Firmennamens gibt es immer mehrere Möglichkeiten. Wichtig ist, dass Sie während des Findungsprozesses stets Ihre Ziele, Visionen und die gegebenen Rahmenbedingungen im Auge behalten.  

Noch ein wichtiger Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die im Folgenden genannten Praxisnamen lediglich Beispiele darstellen und teilweise so auch existieren. Entsprechend sollten/dürfen sie nicht einfach übernommen werden.

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Ihr persönlicher Name als Teil Ihres Praxisnamens – Personal Branding

Wenn Ihr eigener Name Bestandteil des Praxisnamens ist, spricht man von „Personal Branding“. Viele Gründer oder Käufer einer Zahnarztpraxis entscheiden sich dafür, weil es naheliegt und es höchstwahrscheinlich keinen Zahnarzt oder Kieferorthopäden in der Nähe gibt, der ihren Namen trägt.

Allerdings bietet der eigene Name nur selten Branding-Vorteile. So klingt ein Praxisname wie „My Smile“ deutlich einprägsamer als Zahnarzt Dr. Hans Mustermann. Etwas anderes ist es, wenn Sie einer weithin bekannten „Zahnarztfamilie“ entstammen, die bereits in der x-ten Generation an Ihrem Ort tätig ist.

Berücksichtigen Sie bei der Namensfindung Ihre Zukunftspläne

Planen Sie, Ihre Zahnarztpraxis langfristig zu verkaufen oder in absehbarer Zeit gemeinsam mit Partnern zu führen? In diesen Fällen ist es gut, vom Ende her zu denken und sich für eine übergeordnete Marke (Dachmarke) zu entscheiden. Dachmarken lassen sich auch dann beibehalten, wenn neue Partner hinzukommen oder Sie längst nicht mehr Teil der Praxis sind. Gerade bei einer bekannten, gut etablierten Marke ist dies von großem Vorteil.

Spezialisierung integrieren

Auch unter Zahnärzten wird der Konkurrenzdruck immer größer, weshalb Sie sich mit Spezialisierungen Wettbewerbsvorteile verschaffen können. Die Integration Ihrer Fachausrichtung in Ihren Praxisnamen schärft Ihr Profil als Spezialist. Beispiele:

  • Implantologie-Zentrum + Ort (= klassisch-seriös wirkender Praxisname)
  • „Implaneo“ = pfiffig und einprägsam (real existierendes Beispiel)

Weitere Beispiele

  • Kinderzahnärzte Halle
  • Dr. Kinderzahn (real existierendes Beispiel)

Bei solchen Brand-Namen – ganz gleich ob klassisch/seriös oder originell-witzig – wissen Ihre potenziellen Patienten jedenfalls immer, was Sie erwartet.

Zielgruppenrelevante Praxisnamen

Spezialisierung und Zielgruppenansprache sind zwei Seiten ein- und derselben Medaille, wobei die Zielgruppenansprache bei ähnlicher Spezialisierung durchaus unterschiedlich sein kann. So gliedert sich die Zielgruppe „Erwachsene“ in die Unterzielgruppen junge Erwachsene sowie Patienten mittleren und höheren Alters. Welche Zielgruppe Sie auch immer ansprechen wollen: Ihr Markenname (Brand-Name) sollte perfekt auf sie abgestimmt sein.

Gutverdienende jüngere Menschen und Patienten in der Lebensmitte interessieren sich oft für zahnästhetische Behandlungen. Im mittleren und fortgeschrittenen Alter rückt eher das Thema „funktionaler, ästhetischer Zahnersatz“ in den Vordergrund, wobei diese Zielgruppe oft über die finanziellen Möglichkeiten verfügt, um sich für individuelle, hochpreisige Zahnersatzlösungen zu entscheiden.

Einige Beispiele:

Fokus Zahnästhetik

  • Dental Spa Ludwigsburg
  • Dental Wellness am Denkmal (in Bochum)
  • Zahn-Oase
  • Brilliant Smile (zum Beispiel als Brandname für eine Kieferorthopädiepraxis, spezialisiert auf Erwachsene)

Fokus hochwertiger Zahnersatz:

  • Zahnwerkstatt
  • Zahnschmiede
  • Zahnvilla
  • Zahnwerk

Fokus „ganze Familie“:

  • „Der Familienzahnarzt“
  • Familienzahnarztpraxis (mit Zusatz Name und/oder Ort)
  • Happy Family Zahnheilkunde
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Namen mit emotionaler Komponente und originelle Praxisnamen

Wenn sich Ihre Zielgruppen nicht so klar abgrenzen lassen oder Sie möglichst die „breite Masse“ ansprechen möchten, empfehlen sich allgemein gehaltene Praxisnamen mit emotionaler Komponente.

Die Fragestellung lautet in diesen Fällen: Welche speziellen Vorteile kann ich meinen Patienten bieten und welches damit verbundene Gefühl möchte ich Ihnen vermitteln?

Das Wort „Lächeln“ oder (etwas hipper) „Smile“ kommt inzwischen in vielen zahnärztlichen Praxisnamen vor und erscheint deshalb auf Anhieb nicht besonders originell. Dennoch funktioniert der Begriff immer noch sehr gut, da die Menschen mit ihm schöne Zähne, Bewunderung, Zufriedenheit und Glück verbinden. Andere Beispiele in diese Richtung sind „Happy Dentist“, „Zahnglück“ oder „Zahnretter“.

Viele Menschen lieben witzige Wortspiele und lassen sich gerne von originellen Namen wie zum Beispiel „Au Backe“ ansprechen. Bitte beachten Sie aber, dass Sie mit solchen Begriffen bei Angstpatienten durchaus negative Assoziationen hervorrufen können.

Eine Zahnarztpraxis in Hannover nennt sich die „Die Zahnkünstler“. Dieser Praxisname ist ein schönes Beispiel dafür, wie man mit einem Begriff gleich mehrere Assoziationen hervorrufen kann, die sich am besten mit den Adjektiven schön, künstlerisch, fein, präzise, wertvoll und außergewöhnlich umschreiben lassen.

Ortsnamen im Praxisnamen: Ja oder nein?

Vor allem mit Blick auf die lokale Suchmaschinenoptimierung (Local Seo) kann es sinnvoll sein, Ihren Standort in den Praxisnamen zu integrieren.

Googles Algorithmen sind heute so fein eingestellt, dass die Suchmaschine auch ohne Ortsangabe automatisch regionale Suchergebnisse auswirft. Sucht ein Internetnutzer aus einer bestimmten Stadt über die Suchmaske den Begriff „Zahnarzt“, bekommt er zuerst die lokalen Ergebnisse angezeigt, es sei denn er hat das „Google Geo Tracking“ bei sich deaktiviert. Wenn Sie die Ortsbezeichnung in den Praxisnamen aufnehmen, kann dies Ihr Ranking in der lokalen Suche deutlich verbessern und Sie sogar in die „glorreichen Drei“ katapultieren. Damit sind die ersten drei Suchergebnisse gemeint, die von Google auf der ersten Suchergebnisseite (SERP) hervorgehoben werden. Voraussetzung ist, dass Sie Ihren Internetauftritt inklusive Content für die lokale Suche optimieren.

Die Top 3 für den Suchbegriff „Kinderzahnarzt München“

Praxen München

In großen Städten ist natürlich die Konkurrenz um Namen mit Ortszusatz groß. Wenn Sie vor allem Menschen aus einer bestimmten Stadtregion ansprechen möchten, können Sie sich zwecks Optimierung auch ein Viertel oder ein kulturelles Highlight herauspicken:

  • Zahnärzte in Zehlendorf (in Berlin) oder
  • Zahnarzt am Denkmal (in Bochum)
  • Zahnärzte am Ring (in Köln)

Praxisname und Logo

Achten Sie darauf, dass Ihr Markenname, Ihre Tonalität sowie Ihr Content- und Branddesign eine perfekte Einheit bilden. Dies erreichen Sie mit

  • einer zielgruppengerechten Ansprache
  • einem passenden Logo sowie
  • der richtigen Farbwahl für Praxiseinrichtung, Printmaterialien und Internetauftritt.

Rechtliche Fragen

Der Name Ihrer Zahnarztpraxis ist Ihr Aushängeschild, denn mit ihm verankern Sie sich im Bewusstsein jener Menschen, die Sie ansprechen möchten. Viele Zahnmediziner beauftragen eine Agentur mit der Entwicklung ihres Markennamens. Dies und die anschließenden Investitionen in die Außendarstellung (Logo, Geschäftspapiere, Internetauftritt, Broschüren etc.) kosten in der Regel viel Geld. Falls sich der Brandname dann als unzulässig entpuppt, wird es oft richtig teuer. In einem solchen Fall müssen Sie nicht nur mit Abmahngebühren rechnen, sondern auch große Teile Ihres Außenauftritts verändern. Zudem müssen Sie sich erneut Gedanken über einen Namen machen.

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Vorgaben der Berufsordnung für Zahnärzte (§ 21)

Nach den Vorgaben der Berufsverordnung für Zahnärzte sind dem Zahnarzt zwar „sachangemessene Informationen über seine Berufstätigkeit gestattet“, doch gleichzeitig gilt:

„(5) Eine Einzelpraxis sowie eine Berufsausübungsgemeinschaft darf nicht als Akademie, Institut, Poliklinik, Ärztehaus oder als ein Unternehmen mit Bezug zu einem gewerblichen Betrieb bezeichnet werden. Dies bedeutet, dass in Falle einer gemeinsamen Berufsausübung die Namen aller Praxisinhaber inklusive Berufsbezeichnungen sowie die jeweilige Rechtsform anzugeben sind.“

Vergleiche hierzu Musterberufsordnung der Bundeszahnärztekammer.

Wählt man seinen Praxisnamen also willkürlich, muss er Rückschlüsse auf das Tätigkeitsfeld und die Praxisinhaber zulassen, damit Außenstehende wie Patienten, Krankenkassen und Apotheken sofort wissen, mit was und wem sie es zu tun haben.

Real existierendes Beispiel: Kieferorthopädie my-smile, Dres. Ruijs, Dr. Frye

Namens- und markenrechtliche Erwägungen

Die eigene Zahnarztmarke ist ein wichtiger Erkennungs- und Erfolgsfaktor. Gleichzeitig entwickeln die Menschen ein immer größeres Markenbewusstsein. Aus diesem Grund können Sie Ihren Namen und Ihr Logo in das Markenregister eintragen und so schützen lassen.

Allerdings wird nicht jeder Begriff als Markenname anerkannt. Der Ausdruck „schöne Zähne“ wird in der Zahnmedizin häufig verwendet. Deshalb steht er allen Zahnärzten zur Verfügung und kann nicht als Bestandteil einer geschützten Marke verwendet werden. Dasselbe gilt für Fachtermini.

Die Praxisbezeichnung „Zahnzentrum Stadt-X“ wird mit „Größe und Kompetenz“ in Verbindung gebracht. Während sie als geschützter Markenname nach obigen Vorgaben nicht infrage käme, ließe sich ein „Kofferwort“ wie „Centrodent“, falls noch nicht im Markenregister vorhanden, ohne Probleme dort eintragen. Diesen knackigen, einprägsamen Namen haben sich übrigens Schweizer Zahnärzte gegeben.

Markenrechtsverletzungen mithilfe intensiver Recherche vermeiden

Selbst wenn Sie nicht vorhaben, Ihren Namen schützen zu lassen, ist es immens wichtig, vor seiner Verwendung zu prüfen

  • ob er nicht bereits von jemand anderem ins Markenregister eingetragen wurde oder
  • mit einem bereits existierenden Namen verwechselt werden kann.

Am besten starten Sie eine Recherche beim Deutschen Patent- und Markenamt, bevor Sie sich auf Ihren Wunschnamen festlegen.

Fazit

Viel Denkarbeit, Umsicht und Vorsicht sind nötig, um den richtigen Praxisnamen für sich zu finden. Die Suche macht aber auch viel Spaß. Während ein Brainstorming mit Praxispartnern, Freunden und Familie Ihnen viele gute Ideen liefern wird, sorgt eine Beratung durch einen Experten und/oder einen Anwalt für Markenrecht für die notwendige Rechtssicherheit.

Ihre Ansprechpartner bei der ZSH geben Ihnen im Rahmen eines Gesprächs rund um das Thema Praxisgründung und Finanzen gerne auch Tipps zum Thema „Namensfindung“. Wir wissen genau, worauf es bei der Gründung oder Übernahme einer Zahnarztpraxis ankommt, weshalb Sie bei uns umfassende Beratungsleistungen aus einer Hand bekommen. Nutzen Sie diese Chance und nehmen hierzu einfach Kontakt mit uns auf.

 

Wir beraten Sie gerne!

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