Unternehmertyp unsplash / jon-tyson

Bin ich der Typ dafür, eine Zahnarztpraxis zu gründen?

Jeder Zahnarzt beschäftigt sich irgendwann mit der Frage: Soll ich mich niederlassen oder im Angestelltenverhältnis bleiben? Bin ich überhaupt der Typ dafür, eine Zahnarztpraxis zu gründen? Wir nennen Ihnen die wichtigsten Erkennungszeichen eines Unternehmertypen.

In diesem Artikel erwarten Sie die folgenden Inhalte:

Existenzgründung und Selbstständigkeit: eine Frage der Persönlichkeit

Mut zur Selbstständigkeit: eine Sache der Gene?

Harmoniebedürftigkeit als Bremse

Welche persönlichen Eigenschaften muss ich für eine Existenzgründung mitbringen?

Unternehmergeist: „Zähne, ich komme.“

Extrovertiertheit – Hallo, hier bin ich.

Selbstvertrauen – Ich kann das.

Kreativität – Dinge zu entwickeln macht mir Spaß.

Abenteuerlust – Ich bin der richtige Typ, um eine Zahnarztpraxis zu gründen.

Resilienz – Nur kein Stress. Ich habe die Ruhe weg.

Emotionale Intelligenz – Ich habe ein gutes Gespür für Menschen.

Strukturiertes Denken und Planen – Ich habe alles im Griff und verzettele mich nicht.

Führungsqualitäten – Ich kann anderen den Weg zum Erfolg aufzeigen.

Welche Dinge sollten Sie beachten, bevor Sie sich selbstständig machen?

 

Existenzgründung und Selbstständigkeit: eine Sache der Persönlichkeit

Ja, es gibt sie, die Zahnärzte, die sofort nach der Uni in die Vollen gehen und eine Zahnarztpraxis gründen. Die meisten spielen aber erst nach einigen Jahren im Angestelltenverhältnis mit dem Gedanken, sich niederzulassen. Neben dem Wunsch nach mehr Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit spielt oft auch der Wunsch nach einem besseren Einkommen eine Rolle.

Überlegen Sie auch gerade, sich als Zahnarzt selbstständig zu machen? Dann gilt es zunächst einen kühlen Kopf zu bewahren. Noch bevor Sie sich mit Frage beschäftigen, wie Sie die eigene Zahnarztpraxis finanzieren können, sollten sie sich die kritische Frage stellen, ob eine Selbstständigkeit auch zu Ihrer Persönlichkeit passt. Doch wie können Sie das herausfinden? Wir bringen Licht ins Dunkel.

Mut zur Selbstständigkeit: eine Frage der Gene?

Wissenschaftler haben sich mit der Frage beschäftigt ist, ob es in den Genen liege, dass einige Menschen (so auch Zahnärzte) sich für das Selbstständigsein entscheiden und andere nicht. Letztlich fanden Sie heraus, dass sich unternehmerischer „Pioniergeist“ eher mit biologischen und psychologischen Faktoren erklären lässt oder, anders ausgedrückt, mit spezifischen Persönlichkeits- und Charaktermerkmalen.

Harmoniebedürftigkeit als Bremse

In Harmonie zu leben und Harmonie zu vermitteln, ist eine schöne und gute Fähigkeit, steht aber dem Naturell des Unternehmergeistes manchmal im Wege. Die Führung einer Zahnarztpraxis und der Umgang mit Menschen bringt manchmal Situationen mit sich, die nicht so angenehm oder leicht sind. Man denke nur an schwierige Patienten und Mitarbeiter, Personalkündigungen und Verhandlungsgespräche (z. B. für eine Finanzierung). Harmoniebedürftige begeben sich nur sehr ungern in Situationen, in denen sie sich besonders durchsetzungsstark und „streitbar“ zeigen müssen. Wenn Harmonie Ihnen besonders wichtig im Leben ist, könnten Sie als selbstständiger Zahnarzt mit eigener Praxis unglücklich werden. Wenn Sie aber die Fähigkeit und den Willen haben, sich auch mal ein paar „blaue Flecken“ zu holen, sollten Sie jetzt weiterlesen.

Welche persönlichen Eigenschaften muss ich für eine Existenzgründung mitbringen?

Unternehmergeist: „Zähne, ich komme.“

Erfolgreich selbstständige Zahnärzte, die sich niederlassen, sind meist Unternehmerpersönlichkeiten und echte „Macher“ mit Visionen. Als solche warten sie nicht still auf ihre Patienten, sondern gestalten ihre berufliche Zukunft gerne proaktiv. Die Ungewissheit in der Gründungsphase macht ihnen, wenn überhaupt, nur ein klein wenig Angst. Auch wenn am Anfang noch nicht alles durchstrukturiert ist, sind sie in der Lage, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und bleiben hochmotiviert.

Die Macher unter den Zahnärzten langweilen sich in der Rolle des Weisungsempfängers, weshalb die Selbständigkeit für sie oft die einzige Option ist. Steve Jobs fand in seiner Garage bestimmt nicht die besten Rahmenbedingungen für seine technologischen Entwicklungen vor. Er hat sich trotzdem reingesetzt und einfach angefangen. Zählen Sie sich gefühlt auch zu den Machern? In dem Fall empfehlen wir Ihnen, nicht unbedingt dem Beispiel von Jobs zu folgen. Letztlich werden Sie erfolgreicher sein, wenn Sie Ihre Selbstständigkeit sehr gut planen und sich dabei von professionellen Beratern und Dienstleistern unterstützen lassen, die sich um lästige „Drumherum“ mitkümmern.

Extrovertiertheit ­– Hallo, hier bin ich.

In Studien fand man heraus, dass extrovertierte Personen häufiger bereit sind, ein Risiko wie zum Beispiel die Gründung einer Zahnarztpraxis einzugehen. Offene Menschen erreichen eher ihre Ziele und haben meist auch die Stärke, andere zu überzeugen und sich durchsetzen. Das Kommunizieren fällt ihnen oft leichter als anderen.

Selbstvertrauen – Ich kann das.

Das Selbstvertrauen geht in eine ähnliche Richtung wie die Extrovertiertheit. Nur wer selbstsicher ist, geht notwendige Risiken ein, übernimmt Verantwortung für die eigenen Entscheidungen und vernetzt sich gern mit Menschen und Organisationen. Gerade Letzteres ist unerlässlich für eine erfolgreiche Selbstständigkeit.

Selbstvertrauen und Mut sind zwei Seiten einer Medaille. Es braucht einfach Mut, sich als Zahnarzt niederzulassen, weil damit auch Unabwägbarkeiten verbunden sind. Wer Angst hat, sich zu verschulden oder irgendwann seinen Gründungskredit nicht mehr bedienen zu können, bremst sich hingegen selbst aus.

Kreativität – Dinge zu entwickeln macht mir Spaß.

Kreativität beschreibt die Fähigkeit, aus außergewöhnlichen Ideen Visionen zu formen und Wirklichkeit werden zu lassen. Als Existenzgründer sollten Sie innovativ und einfallsreich sein und genug Biss haben, Ihre Zahnarztpraxis mit neuen Ideen vorwärtszubringen. Ohne Antrieb, Entschlossenheit und Begeisterung geht es nicht.

Abenteuerlust und Mut ­­– Ich bin der richtige Typ, um eine Zahnarztpraxis zu gründen.

Die Abenteuerlust kompensiert den Umstand, dass eine sorgfältige Praxis- und Finanzierungsplanung die Risiken zwar deutlich minimiert, ein Restrisiko aber bleibt. Abenteuerlustige Menschen leben oft nach der Maxime: „Nur wer wagt, gewinnt.“ Wir finden: Da ist etwas Wahres dran.

Resilienz – Nur kein Stress. Ich habe die Ruhe weg.

Jeder niedergelassene Zahnarzt kennt dieses Gefühl: „Mensch, es könnte alles noch viel besser laufen.“ Tatsächlich sind Zahnärzte mit eigener Praxis manchmal unzufriedener als jene in Festanstellung, weil sie für ihren Erfolg Stress in Kauf nehmen und länger arbeiten müssen. Einige geben ihre eigene Zahnarztpraxis deshalb nach ein paar Jahren wegen des Gefühls der Überforderung wieder auf. Häufig sagt man dann, dass diesen Zahnärzten die Resilienz gefehlt habe.

Resiliente Zahnärzte sind stressresistent und investieren gerne viel Zeit in ihre Tätigkeit. Von Fehlschlägen lassen sie sich nicht entmutigen. Gerade in der Anfangsphase der Praxisgründung steht viel Arbeit an. Sie sollten mit Freude länger arbeiten können, ohne dabei ständig auf die Uhr zu schauen und ein Defizit zu verspüren. Wenn Ihnen eine gute Work-Life-Balance sehr wichtig ist, ist es besser, sich nicht selbstständig machen.

Resiliente Zahnärzte meistern ihren beruflichen Alltag besser als andere, weshalb sie häufig ihr ganzes Berufsleben lang selbstständig bleiben.

Emotionale Intelligenz – Ich habe ein gutes Gespür für Menschen.

Emotionale Intelligenz (EQ) befähigt den selbstständigen Zahnarzt nicht nur, die eigenen und die Gefühle anderer Menschen zu erfassen und zu verstehen, sondern sie auch aktiv zu beeinflussen. Die Fähigkeit, Prozesse und Entscheidungen aktiv zu beeinflussen, zählt zu den wichtigsten Eigenschaften Gründungswilliger und erfolgreicher Praxisgründer.

Es ist wichtig zu wissen, wie die Menschen, mit denen man tagtäglich umgeht, ticken, und es braucht schon eine gewisse Flexibilität, um mit den unterschiedlichsten Charakteren umgehen zu können.

Strukturiertes Denken und Planen – Ich habe alles im Griff und verzettele mich nicht.

Wer eine Existenzgründung als Zahnmediziner plant, sollte von Anfang an ein realistisches Ziel im Auge haben und in der Lage sein, dieses fokussiert verfolgen. Zum strukturierten Planen gehört auch die Fähigkeit zu einem effizienten Zeitmanagement.

Die Kontrolle über jeden Aspekt Ihrer Zahnarztpraxis zu übernehmen, ist keine leichte Aufgabe. Eine wöchentlich oder monatlich erstellte Aufgabenliste oder ein langfristiger „Geschäftsplan“ kann Ihnen dabei helfen, Ihre Zahnarztpraxis in die richtige Richtung zu lenken.

Führungsqualitäten – Ich kann anderen den Weg zum Erfolg aufzeigen.

Als „Chef“ einer Zahnarztpraxis mit einem klaren Fokus muss man sein Personal ab und zu wieder „einfangen“. Damit macht man sich nicht gerade beliebt. Wenn Sie es aushalten können, zwischendurch einmal nicht Everybody’s Darling zu sein, könnten Sie mit Ihrer Praxisgründung Erfolg haben. Wer es sich beispielsweise nicht vorstellen kann, einem ineffizient arbeitenden Mitarbeiter zu kündigen, bleibt besser angestellter Zahnarzt.

Welche Dinge sollten Sie beachten, bevor Sie sich selbstständig machen?

Auch wenn Sie der Typ sind, um eine Zahnarztpraxis zu gründen: Ein solcher Schritt sollte gut überlegt sein und immer zielgerichtet erfolgen. Bitte stellen Sie sich vor Ihrer Entscheidung zur Praxisgründung daher die folgenden Fragen:

  • Habe ich wirklich alle notwendigen Charaktereigenschaften (siehe oben), um mich selbstständig zu machen?
  • Verfüge ich über alle Qualifikationen, die für meine Selbstständigkeit notwendig sind, oder ist es besser, vorher noch an einigen Weiterbildungen teilzunehmen?
  • Habe ich genügend Eigenkapital, um mich niederlassen, und falls nicht, habe ich die Finanzierungsfrage abschließend geklärt? Anders ausgedrückt: Kann ich mir die Existenzgründung überhaupt leisten?
  • Habe ich bereits einen dezidierten Gründungsplan?
  • Wie wird sich meine Selbstständigkeit auf mein Privatleben auswirken? Bin ich in der Lage, damit umzugehen, dass ich nicht mehr so viel Zeit für Familie und Freizeit habe?
  • Steht meine Familie hinter meiner Entscheidung?
  • Habe ich mich mit allen gesetzlichen Vorgaben im Vorfeld einer Praxisgründung auseinandergesetzt?

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesem Beitrag hinsichtlich der Frage, ob Sie der Typ für eine Praxisgründung sind, ein wenig „auf die Sprünge helfen“ konnten. Sie denken gerade, dass sie alle beschriebenen Charaktereigenschaften besitzen, die Sie es für die Existenzgründung? Dann starten Sie doch einfach durch.

Weil das mit der richtigen Hilfe viel besser funktioniert, unterstützen wir von der ZSH Sie auf Wunsch bei Ihrem Vorhaben und beraten Sie gern zu den Themen Finanzen, Absicherung, Zukunftsplanung und Immobilien. Und das völlig unverbindlich.

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