Zahnarztbehandlung unsplash/ Lesley Juarez

Statt Knochenaufbau: Regeneration des Kieferknochens bei Parodontitis mit Doxycyclin

Eine Parodontitis führt zum Kieferknochenabbau und dieser, so die einhellige Meinung vieler Zahnmediziner, lässt sich nicht rückgängig machen. Dabei gibt es mit Doxy-Gel inzwischen einen Behandlungsansatz, der nicht nur den Knochenabbau stoppt, sondern den Knochenaufbau aktiviert – ganz ohne OP.

Die konventionelle Parodontitis-Therapie

Die herkömmliche Behandlung einer Parodontitis erfolgt in drei Schritten:

  1. professionelle Zahnreinigung
  2. eigentliche Parodontitis-Behandlung (Entfernung der bakteriellen Zahnbeläge aus den Zahnfleischtaschen sowie von Zähnen und Wurzeloberflächen)
  3. unterstützende Parodontitistherapie (UTP) in Form regelmäßiger professioneller Zahnreinigungen (3-4 Mal jährlich) zur dauerhaften Eindämmung der entzündungsverursachenden Bakterienlast

Der klassische Behandlungsansatz fußt auf der Annahme, dass die pathologischen Mundbakterien sowohl für die Entzündungsprozesse als auch für den Knochenabbau verantwortlich seien. Entsprechend zielt er lediglich darauf ab, die Anzahl der Bakterien im Mund zu minimieren, wodurch der Knochenabbau verlangsamt und ein Zahnverlust verhindert werden soll. Einmal verlorener Knochen, so die gängige Meinung, kann sich nicht von selbst neu bilden und nur mithilfe von Knochenersatzmaterial im Rahmen eines kieferchirurgischen Knochenaufbaus ersetzt werden.

Die alternative und sichere Parodontitis-Therapie mit Doxycyclin, einem Antibiotikum aus der Klasse der Tetracycline, verfolgt jedoch bereits vom Ansatz her einen gänzlich anderen Weg.

Bakterien sind für die Entzündung verantwortlich, nicht jedoch für den Knochenabbau

Während Zahnfleischentzündungen eindeutig auf das Konto von Bakterien beziehungsweise deren Stoffwechselprodukten gehen, ist für den Knochenabbau nach neuerer Auffassung ein überschießendes Immunsystem verantwortlich. Hieraus ergibt sich konsequenterweise eine neue, zweigeteilte Behandlung, die Entzündung und Knochenabbau unterschiedlich therapiert.

  1. Behandlungsschritt: konventionelle Parodontitistherapie zur Beseitigung der Entzündung
  2. Behandlungsschritt: Aktivierung des Knochenstoffwechsels mit Doxycyclin (Doxy-Gel).

Wie wirkt Doxycyclin auf den Knochenstoffwechsel ein?

Auf die bakterielle Belastung im Mund reagiert das Immunsystem mit einer Entzündung, die zu den typischen Parodontitis-Symptomen wie angeschwollenem Zahnfleisch und Zahnfleischbluten führt. Die Entzündung ist nichts anderes als der Versuch des Körpers, die Bakterien zu eliminieren. Manchmal fällt jedoch die Immunantwort zu stark aus – mit negativer Auswirkung auf den Knochenstoffwechsel. Durch die Überreaktion entsteht ein Ungleichgewicht zwischen den Osteoklasten (knochenabbauenden Zellen) und knochenaufbauenden Zellen (Osteoblasten). Die Folge: Es wird mehr Knochen abgebaut als aufgebaut.

Das Breitband-Antibiotikum Doxycyclin kehrt diesen Prozess für die Dauer der Behandlung um, indem es die Aktivitäten der knochenabbauenden Zellen dämpft, ohne die knochenaufbauenden Zellen zu beeinflussen. Hierdurch gewinnen die knochenaufbauenden Zellen wieder die Oberhand und bilden neuen Kieferknochen.

Wie wird Doxy-Gel angewendet?

Das Gel wird nach der klassischen Parodontitis-Behandlung lokal in die Zahnfleischtaschen eingebracht – zu Beginn der Therapie 3 x im Turnus von drei Tagen. Anschließend erfolgt für den Zeitraum von drei Wochen eine wöchentliche Gabe, gefolgt von einer Gabe pro Monat. Bei den monatlichen Terminen wird vor Einbringen des Doxy-Gels eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt. Die Kernbehandlung ist nach etwa neun Monaten abgeschlossen.

Die Langzeittherapie – eine Kombination aus professioneller Zahnreinigung und Doxy-Gel-Gabe – umfasst vier Behandlungstermine pro Jahr, und das möglichst ein Leben lang.

Dies ist nur ein beispielhafter Ablauf. Der tatsächliche Turnus der Antibiotika-Gaben richtet sich immer nach dem individuellen Befund.

Ein positiver Nebeneffekt von Doxy-Gel: Es wirkt gleichzeitig entzündungshemmend und unterstützt somit auch die konventionelle Parodontitistherapie.

Lokale Wirkung

Doxy-Gel wirkt nur lokal in den Zahnfleischtaschen und belastet daher den Körper nicht.


Übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten?

Trotz des erwiesenen Nutzens übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Doxy-Gel-Therapie nicht. Private Krankenkassen beziehungsweise Zahnzusatzversicherungen beteiligen sich jedoch häufig an den Kosten für die PZR und das Breitband-Antibiotikum.

Finden Sie dieses Thema spannend? Dann finden Sie weitere Informationen unter dieser Seite (Möbius Dental).

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