Lerntechnik

Effizient lernen: die vier besten Lerntechniken für Zahnmedizin-Studenten

Zahnmedizin-Studenten, denen es gelingt, Erlerntes langfristig zu behalten und jederzeit abzurufen, sind besonders erfolgreich. Effiziente Lerntechniken wie Spaced Learning und Interleaving, ergänzt um Selbsttests und Mindmaps unterstützen Sie dabei.

In diesem Beitrag erwarten Sie die folgenden Themen:

Spaced Learning und Interleaving

Kein Studieren und Lernen ohne Selbsttests (Praxistests)

Mindmaps – sinnvolle Ergänzung zu allen Lerntechniken

Kombinieren Sie Ihre Lernstrategien

Spaced Learning und Interleaving

Worin besteht der Unterschied zwischen den beiden Lernmethoden?

Die Lerntechnik „Spaced Learning“ bezieht sich auf den zeitlichen Aspekt des Lernens. Sie setzt auf einen regelmäßigen Wechsel von Lerneinheiten, Lernpausen und Wiederholungen zu einem Thema.

Beim Interleaving wechselt der Zahnmedizin-Student während einer Lerneinheit zwischen mehreren Lernthemen, statt ein einziges Thema solange durchzuarbeiten, bis er es beherrscht.

Beide Lernmethoden sprechen das Langzeitgedächtnis an, wobei Interleaving zusätzlich das vernetzte Denken fördert. Die Kombination beider Techniken erhöht den Langzeiterfolg.

Wir stellen Ihnen Spaced Learning und Interleaving im Detail vor.

Lerntechnik Spaced Learning (Lernen mit Abstand, Intervall-Lernen)

Spaced Learning, also das Lernen mit zeitlichem Abstand, ist das Gegenteil von „Lernen auf den letzten Drücker“.

Wer unter Druck tagelang durchlernt, kann sein Wissen während der Prüfung zwar noch abrufen, vergisst es aber danach schnell wieder. Das Problem: Die Inhalte des gesamten Zahnmedizinstudiums bauen aufeinander auf. Der Typ „Durchlerner“ muss daher nicht nur den jeweils aktuellen, sondern auch den vergessenen Lernstoff bewältigen. Auf diese Weise entsteht ein immer größerer Lerndruck.

Lernpausen für einen klaren Geist

Beim Spaced Learning oder Intervall-Lernen setzen Sie sich für jede Lerneinheit einen Zeitrahmen und machen danach eine längere Pause. Anschließend wiederholen Sie den Stoff.

Zwar werden Sie aufgrund der Unterbrechung einiges von dem zuvor Erlernten bis zur nächsten Lerneinheit vergessen haben, aber eben nicht alles. Durch den regelmäßigen Wechsel zwischen Lernen und Lernpausen speichern Sie den Lernstoff im Langzeitgedächtnis ab, von wo er später ohne Nachschlagen abrufbar ist. Spaced Learning ist die ultimative „Waffe“ gegen die Vergessenskurve.

Der ZSH-Tipp: Gestalten Sie die Lernintervalle nicht zu kurz, sondern lassen Sie bis zur Wiederholung einen Tag oder länger verstreichen. Wiederholungen in kürzeren Abständen schmälern den Lernerfolg.

Zeitlicher Ablauf des Intervall-Lernens (Spaced Learning)

Grundsätzlicher Aufbau
  • Verinnerlichen Sie zunächst den Lernstoff aus aktuellen Vorlesungen und Lehrmaterialien.
  • Nächster Tag: Wiederholen Sie frühere Lerninhalte sowie den Stoff aus der vorangegangenen Lernsitzung und machen anschließend einen Selbsttest.
  • nach drei Tagen, einer Woche und zwei Wochen: Ablauf wie 2.
Tipps:
  • Erstellen Sie kurze Zusammenfassungen in Form von Checklisten und/oder Mindmaps. Ergänzen Sie Ihre Zusammenfassungen, wenn neuer Lernstoff hinzukommt. Sie dienen der Strukturierung von Themen und sind eine gute Basis für Selbsttests.
  • Wenn Sie beim Repetieren merken, dass Sie einiges vergessen haben, ist das nicht schlimm. Beim Spaced Learning geht es darum, das Gehirn immer wieder neu mit Erinnerungsaktivitäten herauszufordern. Je mehr es dafür arbeiten muss, desto besser werden Sie sich in Zukunft an den Lernstoff erinnern.

Lerntechnik Interleaving (verschachteltes Lernen, interleaved practice)

„Klassisches Lernen“ sieht so aus, dass der Studierende sich ein Basisthema vornimmt und es so lange durcharbeitet, bis der Lernstoff sitzt. Beim Interleaving, auch verschachteltes Lernen genannt, wechselt er während einer Lerneinheit zwischen verschiedenen Themen und Schwerpunkten.

Verschachteltes Lernen (Interleaving) befähigt Studenten, Erlerntes über die Kategorisierung hinaus in einen Kontext einzuordnen. Der Studierende lernt so, Wissen von jedem Knotenpunkt aus abzurufen und es später als Zahnarzt in die Praxis zu übertragen.              

Wann ist verschachteltes Lernen hilfreich?

Verschachteltes Lernen hilft, Verknüpfungen herzustellen sowie Unterschiede und Ähnlichkeiten zu erkennen. Deswegen ist sie die ideale Lernmethode für analytische Fächer wie Physik und Chemie, die auf das Vorphysikum vorbereiten.

Wie oft sollte man zwischen den Studienthemen wechseln?

Wechseln Sie nicht zu schnell zwischen den Studienthemen. Stellen Sie sicher, dass Sie solange bei einer Sache bleiben, bis Sie das Gefühl haben, auf dem Gebiet Boden unter den Füßen zu haben. Interleaving hat nichts mit Multitasking zu tun.

Was sollte man beim Interleaving beachten?

Behalten Sie beim Wechsel von einem zum nächsten Thema das zuvor Gelernte im Hinterkopf und verknüpfen es gedanklich mit den Inhalten des neuen Themas. Beim nächsten „Lerntermin“ können Sie „andersherum“ lernen, sprich die Themenreihenfolge umkehren.

Kein Studieren und Lernen ohne Selbsttests (Praxistests)

Die Lernmethoden „Lernen mit zeitlichem Abstand“ und „verschachteltes Lernen“ sind nur dann effektiv, wenn sie mit einer weiteren Lerntechnik kombiniert werden: dem Selbsttest.

Wie funktionieren Selbsttests?

Viele Studenten glauben, der Begriff „Lernen“ erschöpfe sich im Lesen von Lehrbüchern, Aufsätzen und eigenen Notizen. Das Problem: Wer alle notwendigen Informationen direkt vor sich hat, muss sie nicht aus dem Gedächtnis abrufen und kann daher nicht prüfen, ob er das Erlernte wirklich verinnerlicht hat. Die Lösung: der schriftliche oder mündliche Selbsttest, auch Selbstprüfung oder Praxistest genannt. Selbsttests fördern die Fähigkeit, sich Erlerntes in Erinnerung zu rufen und dort zu verfestigen.

Stellen Sie sich offene Fragen zu einem Thema und beantworten Sie diese so detailliert wie möglich.

Schriftlicher Selbsttest (Praxistest)

Legen Sie Ihre Studienmaterialien beiseite. Anschließend schreiben Sie alles auf, was Ihnen zu einer Fragestellung einfällt. Sie können Ihre Notizen auch um Skizzen und Mindmaps ergänzen.

Mündlicher Selbsttest (Praxistest)

Wie wäre es mit einem mündlichen Vortrag vor einem echten Zuhörer? Der Zuhörer schafft nicht nur natürliche Bedingungen für ein Vortrag, sondern kann Ihnen auch eine Rückmeldung geben.

Ein Kommilitone kann die Richtigkeit und Vollständigkeit Ihres Vortrags einschätzen und Ihnen fachliche Tipps geben. Ein fachfremder Zuhörer kann Ihnen sagen, ob Sie das zahnmedizinische Thema stringent und verständlich für jedermann vermitteln.

Kritische Selbstbefragung

Die kritische Selbstbefragung ist eine Erweiterung des klassischen Selbsttests und bedeutet, dass Sie Ihre eigenen Antworten hinterfragen. Wenn beispielsweise eine Ihrer Antworten in einem Selbsttest auf eine zahnärztliche Behandlungstechnik oder Problemlösung verweist, stellen Sie sich anschließend kritische Fragen zur ersten Antwort. Diese könnten lauten: Ist das die einzige Methode? Gibt es bessere Techniken? Wie lässt sich dieser Prozess optimal anstoßen?

Mit der kritischen Selbstbefragung stellen Sie Ihr Wissen in einen erweiterten Kontext der Zahnmedizin und lernen, sich auf eventuelle Prüfungsfragen vorzubereiten.

Gegenprüfung

Nach dem Selbsttest – gleich ob schriftlich oder mündlich – prüfen Sie anhand des Lehrmaterials, ob Sie das Thema tatsächlich verstanden und vollständig erfasst haben. Ziehen Sie hierzu Ihre Lehrmaterialien oder noch besser Ausarbeitungen heran, in denen Sie Ihre Themen zuvor strukturiert dargestellt haben.

Selbsttest vorbereiten

Eine Strukturierung von Lerninhalten macht das spätere Lernen effizienter, wobei die Kapitelüberschriften Ihres zahnheilkundlichen Lehrbuches als grobe Anhaltspunkte dienen können. Sie können sich auch ein echtes oder virtuelles Karteikartensystem anlegen. Auf Karteikarten lässt sich Wissen komprimiert und stichpunktartig darstellen, indem Sie auf den Vorderseiten die wichtigsten Fragen und auf den Rückseiten Stichpunkte zu den richtigen Antworten erfassen. Mindmaps, deren Funktionsweise weiter unten dargestellt wird, sind ebenfalls eine sehr gute Vorbereitung auf Selbsttests.

Vorteile Selbsttest

  • Der Selbsttest deckt auf, wo Ihre Lücken sind.
  • Bei mündlichen Selbsttests lernen Sie, frei zu sprechen und Selbstbewusstsein beim Vortrag zu entwickeln.
  • Indem Sie sich den zahnmedizinischen Lernstoff immer wieder in Erinnerung rufen, speichern Sie ihn im Langzeitgedächtnis, von wo er jederzeit abgerufen werden kann.
  • Die Lerntechnik der Selbstprüfung ist eine gute Übung für zusammenhängende Vorträge und die Darstellung komplexer Zusammenhänge der Zahnheilkunde.
  • Selbsttests lassen sich überall durchführen.

Mindmaps – sinnvolle Ergänzung zu allen Lerntechniken

Was sind Mindmaps?

Mindmaps sind eine grafische Methode zur Darstellung von Zusammenhängen und Konzepten – eine Art Denk-Tool. Mit Mindmaps lassen sich Informationen strukturieren und neue Ideen analysieren, verstehen, synthetisieren und abrufen. Anders als herkömmliche Notizen oder lineare Texte ähneln sie der Funktionsweise des Gehirns.

Da Mindmaps eine Symbiose aus Analyse und kreativem Schaffen sind, wird das Gehirn sehr vielfältig gefordert. Außerdem macht es Spaß, mit Mindmaps zu arbeiten.

Wie sieht ein Mindmap aus?

Die folgende Abbildung verdeutlicht am schnellsten, wie ein Mindmap aussieht:

Mindmap

Adobe Stock

Wie erstellt man es?

  • Beginnen Sie mit einem zentralen Oberbegriff in der Mitte. Um diesen herum ordnen Sie anschließend alle relevanten Begriffe an, die Ihnen dazu einfallen. Die ergänzten Begriffe sind wiederum Ausgangspunkt für weitere, untergeordnete Begriffe. Die Verbindungen zwischen den einzelnen Punkten stellen Sie mithilfe von Linien her. Optisch entsteht ein Gebilde, das einem Stammbaum ähnelt.
  • Arbeiten Sie so „visuell“ wie möglich. Statt Begriffe können Sie auch Bilder, Skizzen und Zahlen einsetzen.
  • Formulieren Sie keine ganzen Sätze. Versuchen Sie möglichst, Ihre Idee auf ein einzelnes Wort, Symbol oder Bild zu verkürzen.
  • Variieren Sie Textgrößen, Textfarben, Text-/Symbolausrichtung sowie die Dicke und Länge der Linien. Geben Sie so viele visuelle Hinweise wie möglich, um wichtige Punkte hervorzuheben. 

Vorteile und Nutzen Mindmap

  • strukturierte, umfassende Erschließung und Darstellung von zahnmedizinischen Wissensgebieten
  • leichtere Entwicklung von Ideen
  • fördert schnelles Denken und Kreativität
  • für Gruppenarbeit geeignet

Wofür lassen sich Mindmaps anwenden?

  • Themenstrukturierung
  • Ersatz/Ergänzung für Notizen während einer Vorlesung
  • Brainstorming (einzeln oder in Gruppen)
  • Entwicklung von Problemlösungen
  • Planungsentwicklung
  • Recherchieren und Konsolidieren von Informationen aus mehreren Quellen
  • Herstellen und Darstellen komplexer Zusammenhänge
  • Präsentation von Informationen
  • Lernvorlage

 

Kombinieren Sie Ihre Lernstrategien

Neben den hier vorgestellten Lerntechniken gibt es weitere, die wir hier jetzt nicht alle aufgreifen können. Wir haben uns für jene entschieden, die wir als grundlegend und erfolgversprechend ansehen.

Keine der von uns dargestellten Lernstrategien funktioniert isoliert. Daher empfiehlt es sich, sie bei Bedarf zu kombinieren. Beginnen Sie zunächst mit der Spaced Learning-Methode, um sich die einzelnen Lerninhalte zu erschließen. Gehen Sie anschließend den gesamten Stoff nochmals nach der Interleaving-Methode durch, um Verknüpfungen zwischen den verschiedenen Themenbereichen herzustellen. Eine gute Grundlage für das Lernen sind Mindmaps. Und: Vergessen Sie nach dem Lernen und Wiederholen den Selbsttest nicht. So vorbereitet, werden Sie nicht nur die Prüfungen meistern, sondern später als Zahnarzt auf eine sichere Wissensbasis zurückgreifen können.

Wir würden uns freuen zu erfahren, ob Sie mit den hier vorgestellten Lerntechniken für Zahnmediziner Ihre Lerneffizienz erhöhen konnten, denn Ihr Erfolg liegt uns am Herzen.


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