Fachzahnarztausbildung ja oder nein? iStock/PeopleImage

Fachzahnarztausbildung ja oder nein?

Viele Studenten oder junge Zahnärzte mit abgeschlossenem Studium stehen vor der Frage: Werde ich allgemeiner Zahnarzt oder soll ich mich lieber auf ein Fachgebiet wie Oralchirurgie oder Kieferorthopädie spezialisieren? Die Antwort auf diese Frage ist so individuell wie die Menschen selbst. Wir möchten Sie mit den folgenden Fragestellungen zum Nachdenken anregen und Ihnen so bei der Entscheidung ein klein wenig helfen.

Vor- und Nachteile einer zahnmedizinischen Fachzahnarztausbildung

Haben Sie genügend Zeit für eine Fachzahnarztausbildung?

Die Weiterbildung zum Fachzahnarzt dauert lange. Im Schnitt muss der Kandidat für eine hauptberufliche Weiterbildung (Assistenzzeit) mit abschließender Prüfung mindestens vier Jahre rechnen. Wer Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie werden möchte, muss sogar fünf Jahre investieren. Außerdem erfordert die MKG-Spezialisierung neben dem Zahnmedizinstudium auch noch ein abgeschlossenes Studium der Humanmedizin.

Wenn Sie ganz am Anfang Ihrer Karriere stehen und vielleicht sogar dabei sind, eine Familie zu gründen, stellt dieser Zeitaufwand eine große Herausforderung dar. Fragen, die Sie sich stellen sollten, sind: Habe ich genug Motivation? Zieht meine Familie mit? Der „innere Schweinehund“ lässt sich jedenfalls nur mit viel Begeisterung für die Sache und ein gutes Zeitmanagement überlisten. 

Sind mir soziale Bindungen zu meinen Patienten wichtig?

Wünschen Sie sich langfristige Beziehungen zu Ihren Patienten und träumen womöglich davon, als niedergelassener „Landzahnarzt“  Teil eines lokalen sozialen Gefüges zu werden? Dann könnte es besser sein, bei der allgemeinen Zahnmedizin zu bleiben. Fachzahnärzte wie zum Beispiel Oralchirurgen sehen sich in der Regel einem häufigen Patientenwechsel gegenübergestellt.

Ist es Ihnen besonders wichtig, viel Geld zu verdienen?

Wenn es einem Fachzahnarzt gelingt, sich auf seinem Gebiet einen Namen zu machen, kann er sich von seiner Konkurrenz abheben und höhere Honorare in Rechnung stellen. Auch im Rahmen der verschiedenen Spezialisierungsmöglichkeiten gibt es Unterschiede. Kieferorthopäden sind deutlich rarer gesät als andere Spezialisten. Deshalb zählen sie auch zu den Top-Verdienern der Zahnmedizin. Falls Sie sich aus Einkommensgründen spezialisieren möchten, lohnt sich also eine tiefergehende Überlegung, welche Fachrichtung es werden soll. Wir geben aber zu bedenken, dass man auf lange Sicht nur dann erfolgreich ist, wenn man tut, was einem wirklich Spaß macht. Wir raten Ihnen deshalb, nicht nur finanzielle Überlegungen in Ihre Entscheidung mit einzubeziehen.

Wie wichtig sind Ihnen Abwechslung und Arbeitszufriedenheit?

Ein allgemeiner Zahnarzt ist breiter aufgestellt als der Spezialist und hat dadurch mehr Abwechslung im Behandlungsalltag als ein Fachzahnarzt. Zwar können Sie steuern, welchen Raum fachzahnärztliche Behandlungen in Ihrer Praxis einnehmen, aber dann stellt sich die Frage, ob es sich überhaupt lohnt, eine entsprechende Ausbildung zu machen. Nur wenn Sie von einem Fachgebiet wirklich fasziniert sind, ist eine Spezialisierung sinnvoll.

Sind Sie ein Karriere-Mensch?

Haben Sie ganz besondere Stärken und ist es Ihnen wichtig, auf „Ihrem“ Fachgebiet Karriere zu machen? Können Sie sich sogar vorstellen, in die Forschung zu gehen? Dann führt kein Weg an einer Fachzahnarztausbildung vorbei. Wenn Sie sich unsicher sind, was einen Parodontologen, Implantologen, Oralchirurgen oder Kieferorthopäden alles erwartet, klinken sie sich doch mal in einschlägige Diskussionsforen ein oder nutzen Ihre sozialen Netzwerke. Auf diese Weise können Sie herausfinden, wie es auf der anderen Seite des Zauns ausschaut.

Beobachten Sie regelmäßig zahnmedizinische Trends?

Die Zahnmedizin ist ständig im Wandel. Neue Techniken, fortschrittliche Materialien und zukunftsweisende Technologien wie die künstliche Intelligenz werden die Arbeit des Zahnarztes immer schneller verändern. Wenn Sie planen, sich zu spezialisieren, sehen Sie sich auch die aktuellen Trends an. Aus ihnen lassen sich zukünftige Trends ableiten, die einen großen Einfluss auf Ihre Entscheidung haben können, ob und auf welchem Fachgebiet Sie sich spezialisieren möchten.

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